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Literatur
Die Posthornserie Österreichs 1945 - 1947
 Dr. Herbert Sax
von Karl-Rudolf Winkler
 
 
Was für die Bizone die Ausgabe AM POST war, war in Österreich die Ausgabe der Posthornserien. Zahlreiche Parallelen und markante Unterschiede beider Ausgaben verdienen eine nähere Betrachtung. Eine solche wurde jetzt von Dr. Herbert Sax vorgelegt, der schon mit seinem – leider vergriffenen, aber als CD noch erhältlichen – Loseblattwerk „Die Post 1945-1945 in der amerikan. und brit. Zone“ eine ausführliche Bearbeitung für AM POST vorgelegt hat. Dem folgt nun in kompakter und übersichtlicher, gleichwohl erschöpfender Darstellung die Arbeit über die österreichischen Posthornserien (Michel Katalog Österreich Nr. 721-737, Port  Nr. 189-203).

 
Das 139 Seiten starke, durchgehend farbig bebilderte Büchlein ist in acht Kapitel gegliedert, die alles Wissenswerte enthalten. Nach der einleitenden Beschreibung der Freimarken ab den dafür vorgelegten Entwürfen bis hin zu den Einzelheiten über Zähnung, Druckabweichungen, die Markenheftchen und die Bogenmerkmale (S. 9-24) folgt eine Übersicht über die Portomarken der Posthornserie, ihre Herstellung, Verwendung und Besonderheiten des Aufdruck (S. 25-34). Der Blick in die Postgeschichte umfasst neben den auch in Österreich zu beobachtenden Überrollern die unterschiedlichen Besatzungszonen und den Neubeginn des privaten Postverkehrs in den einzelnen Regionen (S. 34-42). Besonders ausführlich widmet sich Sax mit den Postgebühren und Sendungsarten (S. 43-85): Freimachungsarten bis hin zu Lokalausgaben, die einzelnen Sendungsarten mit den dazu gehörenden Tarifen, die Zusatzgebühren für Sonderdienste bis hin zur Wiener Rohrpost, aber auch die Sonderdienste Geldverkehr, Postzeitungsdienst und Nachforschungsaufträge – das alles wird mit zahlreichen Bildbeispielen anschaulich belegt. Es folgt ein kleines Kapitel über die Zollausschlussgebiete Jungholz und Kleines Walsertal (S. 85-88), in dem natürlich die Überschneidungen mit den Verwendungen von AM POST besonders augenfällig werden. Die postgeschichtlichen Daten werden auf S. 89-110 chronologisch aufgelistet und auch hier mit aussagekräftigen Abbildungen teils sehr seltener Belege veranschaulicht. Dem kurzen Kapitel über die Währung (S. 111-112) folgt eine Abhandlung des Zensurwesens (S. 113-127), selbstverständlich mit Wiedergabe der unterschiedlichsten Zensurstempel. Das Buch schließt mit einem Abbildungsverzeichnis, einem Literaturverzeichnis, einem ausführlichen Stichwortindex sowie einer Fehl-bzw. Bestandsliste, die dem Nutzer des Werks die individuelle Dokumentation seiner Sammlung ganz nah am Handbuch ermöglicht.

 
Das sauber verarbeitet Buch in festem Karton lässt keine Wünsche offen. Alles Wichtige und viel Seltenes ist farbig abgebildet. Für den AM POST-Sammler sind vor allem auch diejenigen Abschnitte des Buches hilfreich, die sich mit AM-Post-Belegen und ihrer Behandlung in Österreich befassen, wie etwa durch das Nachgebührverfahren unter Verwendung von Portomarken und Taxvermerken (S. 32), Post ins Kleine Walsertal (S.87) oder die Zensur von aus Deutschland kommender Post (S. 101 ff.). Das Buch ist in allen Teilen kenntnisreich geschrieben und  leicht verständlich. Das umfassend gestaltete Inhaltsverzeichnis und der erschöpfende Index lassen den Leser rasch die gesuchten Textstellen finden und machen das Arbeiten mit dem Buch ausgesprochen angenehm. Wer als Sammler der Bizone-Ausgaben ein wenig über den Tellerrand hinausschauen und seinen Horizont erweitern möchte, findet ein Fachbuch vor, das die nach Kriegsende erstaunlich ähnlich verlaufende Entwicklung des Postwesens in den zwei unterschiedlichen staatlichen Gebilde mit gleicher Ausgangslage beschreibt und nachvollziehbar macht. Es verdient entsprechend hohe Aufmerksamkeit und kann jedem an Fachliteratur über die Nachkriegszeit Interessierten nur empfohlen werden.

 
 
Format: DIN A5, Paperback, 139 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Eigenverlag des Verfassers. Preis: 17,- € zzgl. Versandkosten; Bestellungen bei Hans-Josef Peters, Akazienweg. 17, D-52391 Vettweiß; Tel.: +49(0)2424-202220, Fax: +49(0)2424-202222, E-Mail: bri-pe@web.de
 

 Michel Katalog Briefe Deutschland 2016/2017
 
von Karl-Rudolf Winkler
 
 
Nach vier Jahren war es wieder einmal so weit: der neue Briefekatalog für Deutschland wurde in der nunmehr 19. Auflage am 7.10.2016 neu herausgegeben. Im Hardcover mit Lesebändchen befasst er sich auf 1342 Seiten mit der Verwendung der deutschen Briefmarken auf Belegen; der Preis ist mit 98 € neun € höher als die Vorauflage. Was darin für den AM-Post-Liebhaber interessant ist, soll hier nun – auch im Vergleich zu der Vorgängerversion von 2012 (s. Rundbrief 97, S. 39-41) - kurz beleuchtet werden.
 
Die Darstellung greift auf die bewährte Struktur zurück, die man inzwischen als wünschenswerten Standard auch für andere Gebiete bezeichnen kann. Übersichtlich und kompakt werden auf den Seiten 1006 – 1013 nicht nur alle bekannten (geprüften!) Verwendungen als Einzel-, Mehrfach- und Mischfrankaturen aufgelistet und bewertet. Neu hinzugekommen sind vor den einzelnen Drucken die Mindestbewertungen einzelner Marken bei Verwendung im Mischfrankatur, was logischer Weise mit den Angaben im Michel-Spezialkatalog übereinstimmt. Immerhin aber ergänzen diese Vorbemerkungen sinnvoll die Darstellung für die jeweiligen Ausgaben.
 
Das Preisgefüge insgesamt ist stabil geblieben, wobei man sicherlich über einzelne Bewertungen streiten kann. Eine ganz neue Bewertung haben die Belege mit Verwendungen der Mi.-Nr. 7 zaa und zab erfahren; hier hat der Schwaneberger Verlag den Forschungsergebnissen der Arge AM POST zur Frage der Auflagenhöhe beider Varianten Rechnung getragen.
 
Einige neue Positionen, die inzwischen den Bundesprüfern des BPP vorgelegt worden sind, konnten in die Katalogisierung aufgenommen werden, darunter beim amerikanischen Druck sieben, beim englischen Druck zwei und beim deutschen Druck fünfzehn Positionen. darunter befinden sich natürlich „Exoten“ wie die Portostufe Fernbrief per Einschreiben mit Rückschein der Gewichtsstufe 251 – 500 g, dargestellt durch eine reine Mehrfachfrankatur von 2 Stück der Mi.-Nr. 35 B (2000 €). Leichter lässt sich vielleicht die neu gelistete Drucksache der zweiten Gewichtsstufe in der 2. Portoperiode, dargestellt durch zwei Stück der Mi.-Nr. 11 C finden (500 €). Ganz neu sind Einzel- und Mehrfachfrankaturen der Mi.-Nr. 26 und 34, die man wohl nur selten zu Gesicht bekommt. Die Aufnahme von Paketkarten und Postanweisungen ist weiterhin unterblieben, bleibt aber nach einer Zwischenbemerkung nach Mi.-Nr. 33 wohl im Gespräch.
 
Auch bei Portostufen in Mischfrankatur gibt es Neuaufnahmen: zehn neue Positionen gilt es zu registrieren, davon allein vier bei den Wertbriefen und zwei bei ungewöhnlichen Eilboten-Landzustellungsbelegen mit Einschreiben und Rückschein (je 1900 € für erste und zweite Gewichtsstufe).
 
Erfreulich ist, dass es gelungen ist, einige Fehler auszumerzen, die für Verwirrung gesorgt hatte, so etwa die Eintragungen bei Mi.-Nr. 15 b, die nunmehr korrekt sind. Allerdings ist es auch jetzt noch nicht gelungen, die Listen sauber nach Portoperioden und damit chronologisch zu reihen, zumal es an zwei Stellen falsche Zuweisungen gibt (Mi.-Nr. 8 Drucksache MeF 2, Mi.-Nr. 13 R-Fernbrief MeF 9). Das erschwert die Übersicht. Bedauerlich ist es auch, dass immer noch Fehler in der Beschreibung vorkommen, die den Sammler verwirren können:
 
·         Bei Mi.-Nr. 1 fehlt in der vorletzten Zeile für den Einschreiben-Fernbrief der Hinweis auf die zweite Gewichtsstufe
 
·         Bei Mi.-Nr. 3 wird statt Papiersorte y Papier x angegeben
 
·         Mi.-Nr. 6 wird die Anzahl der beim Fernbrief der dritten Gewichtsstufe verwendeten Marken unzutreffend mit 6 statt 4 angegeben
 
·         Bei Mi.-Nr. 9 wird statt des Kriegsgefangenenbriefs ab 1.3.46 die Kriegsgefangenenpostkarte angegeben
 
·         Bei Mi.-Nr. 22 fehlt beim Kriegsgefangenenbrief der Zusatz für die Portozeit vom 1.-11-3-1946
 
·         Verschwunden ist bei Mi.-Nr. 29 das Nachnahme-Päckchen-Deckblatt  (MeF 4 in P 2) – war das bislang ein Phantom einer an sich existierenden Portostufe
 
·         Die Portostufe für einen Wert-Ortsbrief von 21-250 g beginnt nicht bei 500, sondern bei 501 RM.
 
Fragen werfen zwei Preisnotierungen auf, die schon recht auffällig sind:
 
·         Eine Auslandspostkarte in MeF 3 der Mi.-Nr. 8 z soll jetzt statt mit 120 € (2012) stolze 850 € wert sein – da kann es sich sicherlich nur um einen Fehler handeln (falsche Übernahme aus der Rubrik darüber?).
 
·         Grotesk erscheint die Bewertung eines Einschreiben-Fernbriefs der zweiten Gewichtsstufe mit 18 Stück der Mi.-Nr. 20 Ax in P 2, die schlappe 500 € wert sein soll. Das kaufe ich sofort zu 100 % Michel und bitte um freundliche Angebote! Vermutlich aber sollte diese Notierung zu Mi.-Nr. 20 Az …
 
Sieht man von solchen „Fehlleistungen“ und dem einen oder anderen Schreibfehler ab, hat der AM-Post-Freund wieder ein gut zu handhabendes Verzeichnis zur Hand, das die Briefbewertung der Vorauflage im Grunde fast unverändert fortschreibt, aber doch auch auf den aktuellen Stand bringt.
AM POST: Deutscher Druck – 80 Pfennig (Handbuch und Katalog)
Karl Monheim, Wolfram Paulik (2016)
 

Mit diesem Band setzt die Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V. die Serie der „Handbücher und Kataloge“ zu den 20 Einzelwerten des Deutschen Drucks fort. Wichtige Basis ist der im Oktober 2008 erschienene Band „Deutscher Druck – Grundlagen für die Bearbeitung“. Die Themen „Bewertung, Druckbögen, Schalterbögen (Typen, Leitfehler, Druckbilder) und Plattenfehler“ sind in diesem Band die Schwerpunkte.
Der Abschnitt „Vom Film zum Druckbogen“ ist jedoch ein besonderer Höhepunkt. Auch in diesem Band können Fotografien der bei der Fa. Westermann hergestellten und benutzten Filme abgebildet werden. Damit konnte nun zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die im Grundlagenband beschriebene Vorgehensweise in der Kartographie der Fa. Westermann richtig dargestellt ist. Die Filme (für alle Werte des Deutschen Drucks) wurden im Archiv für Philatelie, einem Teil der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn, entdeckt, fotografiert und ausgewertet.
Zur preislichen Bewertung wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Die angegebenen Preise orientieren sich nicht am Michel Spezial-Katalog, sondern sind durchschnittliche Preise mit Stand 2016, die im Handel und auf Auktionen erzielt werden können.
Der Plattenfehler-Katalog enthält über die 6 im Michel-Spezial-Katalog gelisteten Plattenfehler weitere 16  Plattenfehler, also insgesamt 22 Plattenfehler. Ferner werden alle Besonderheiten dieses Wertes, wie Probedrucke, Fehlzähnungen Bogenzählnummern, Packer- und Kontrollkürzel, Schalterbögen, Druckbilder und Leitfehler beschrieben und preislich bewertet.
Mit diesem Band ist der AM POST-Sammler nun in der Lage, den 80 Pfennig-Wert komplett zu bearbeiten und zu bewerten.
Format: DIN A5, Paperback, 74 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Preis: 13,- € zzgl. Versandkosten; Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V.; Bestellungen über die ArGe AM POST.
 AM POST: Amerikanischer Druck – Grundlagen für die Bearbeitung (Handbuch)
Kevin Reese, Andreas Wehner, Karl-Rudolf Winkler (2015)

Ausgehend von den Unterlagen aus dem Archiv des Bureau of Engraving and Printing, Washington DC, USA und dem OMGUS-Archiv wird die Herstellung der Marken des Amerikanischen Druckes von den ersten Planungen, den Entwürfen, der Druckplattenherstellung, dem Druck mit den verschiedenen Druckauflagen, den Papiersorten, den Farbformeln bis hin zur Verpackung und dem Vertrieb ausführlich beschrieben.
 
Die Entstehung von Fehlern beim Druck, wie z.B. geklebte Papierbahnen, Quetschfalten, Doppelbilddrucke, Plattenfehler, Feldmerkmale und Druckzufälligkeiten, Zähnungsfehler, Fehlschnitte, die Ausgabedaten und Verwendungsgebiete sowie weitere Besonderheiten dieser Ausgabe, wie POL- und Firmenlochungen, die Verwendung als Fiskalmarken, nicht amtliche Aufdrucke, Fälschungen und Geschenkhefte werden detailliert geschildert.
 
Ein derart umfassendes Werk zum Amerikanischen Druck, das reichlich illustriert ist, ist bisher noch nicht publiziert worden. Insgesamt spiegelt der Band den heutigen Stand der Forschung hinsichtlich des Amerikanischen Drucks wieder.
Format: DIN A5, Paperback, 160 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V.; Bestellungen über die ArGe AM POST.
 AM POST: Deutscher Druck – 15 Pfennig (Handbuch und Katalog)
Karl Monheim, Wolfram Paulik (2015)

 
Mit diesem Band setzt die Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V. die Serie der „Handbücher und Kataloge“ zu den 20 Einzelwerten des Deutschen Drucks fort. Wichtige Basis ist der im Oktober 2008 erschienene Band „Deutscher Druck – Grundlagen für die Bearbeitung“. Die Themen „Bewertung, Druckbögen, Schalterbögen (Typen, Leitfehler, Druckbilder) und Plattenfehler“ sind in diesem Band die Schwerpunkte.
Der Abschnitt „Vom Film zum Druckbogen“ ist jedoch ein besonderer Höhepunkt. Auch in diesem Band können Fotografien der bei der Fa. Westermann hergestellten und benutzten Filme abgebildet werden. Damit konnte nun zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die im Grundlagenband beschriebene Vorgehensweise in der Kartographie der Fa. Westermann richtig dargestellt ist. Die Filme (für alle Werte des Deutschen Drucks) wurden im Archiv für Philatelie, einem Teil der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn, entdeckt, fotografiert und ausgewertet.
Zur preislichen Bewertung wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Die angegebenen Preise orientieren sich nicht am Michel Spezial-Katalog, sondern sind durchschnittliche Preise mit Stand 2015, die im Handel und auf Auktionen erzielt werden können.
Der Plattenfehler-Katalog enthält über die 11 im Michel-Spezial-Katalog gelisteten Plattenfehler weitere 37  Plattenfehler, also insgesamt 48 Plattenfehler und zwei Bogenrandfehler. Ferner werden alle Besonderheiten dieses Wertes, wie Probedrucke, Fehlzähnungen Bogenzählnummern, Packer- und Kontrollkürzel, Schalterbögen, Druckbilder und Leitfehler beschrieben und preislich bewertet.
Mit diesem Band ist der AM POST-Sammler nun in der Lage, den 15-Pfennig-Wert komplett zu bearbeiten und zu bewerten.
Format: DIN A5, Paperback, 240 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Preis: 19,- € zzgl. Versandkosten; Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V.; Bestellungen über die ArGe AM POST.
 
 
 
 AM POST: Deutscher Druck – 42 Pfennig (Handbuch und Katalog) (2014)
Karl Monheim, Wolfram Paulik, Werner Schmettkamp (†)
 

Mit diesem Band setzt die Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V. die Serie der „Handbücher und Kataloge“ zu den 20 Einzelwerten des Deutschen Drucks fort. Wichtige Basis ist der im Oktober 2008 erschienene Band „Deutscher Druck – Grundlagen für die Bearbeitung“. Die Themen „Bewertung, Druckbögen, Schalterbögen (Typen, Leitfehler, Druckbilder) und Plattenfehler“ sind in diesem Band die Schwerpunkte.
Der Abschnitt „Vom Film zum Druckbogen“ ist jedoch ein besonderer Höhepunkt. Auch in diesem Band können Fotografien der bei der Fa. Westermann hergestellten und benutzten Filme abgebildet werden. Damit konnte nun zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die im Grundlagenband beschriebene Vorgehensweise in der Kartographie der Fa. Westermann richtig dargestellt ist. Die Filme (für alle Werte des Deutschen Drucks) wurden im Archiv für Philatelie, einem Teil der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn, entdeckt, fotografiert und ausgewertet.
Zur preislichen Bewertung wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Die angegebenen Preise orientieren sich nicht am Michel Spezial-Katalog, sondern sind durchschnittliche Preise mit Stand 2014, die im Handel und auf Auktionen erzielt werden können.
Der Plattenfehler-Katalog enthält über die 8 im Michel-Spezial-Katalog gelisteten Plattenfehler weitere 20  Plattenfehler, also insgesamt 28 Plattenfehler und zwei Bogenrandfehler. Ferner werden alle Besonderheiten dieses Wertes, wie Probedrucke, Fehlzähnungen Bogenzählnummern, Packer- und Kontrollkürzel, Schalterbögen, Druckbilder und Leitfehler beschrieben und preislich bewertet.
Mit diesem Band ist der AM POST-Sammler nun in der Lage, den 42-Pfennig-Wert komplett zu bearbeiten und zu bewerten.
Format: DIN A5, Paperback, 89 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Preis: 15,- € zzgl. Versandkosten; Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V.; Bestellungen über die ArGe AM POST.
 
 
AM POST: Deutscher Druck – 1 Pfennig (Handbuch und Katalog)
Karl Monheim, Werner Schmettkamp (†) und Heinz-Albert Wiegand (2013):

 
Mit diesem Band setzt die Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V. die Serie der „Handbücher und Kataloge“ zu den 20 Einzelwerten des Deutschen Drucks fort. Wichtige Basis ist der im Oktober 2008 erschienene Band „Deutscher Druck – Grundlagen für die Bearbeitung“. Die Themen „Bewertung, Druckbögen, Schalterbögen (Typen, Leitfehler, Druckbilder) und Plattenfehler“ sind in diesem Band die Schwerpunkte.
Der Abschnitt „Vom Film zum Druckbogen“ ist jedoch ein besonderer Höhepunkt. Auch in diesem Band können Fotografien der bei der Fa. Westermann hergestellten und benutzten Filme abgebildet werden. Damit konnte nun zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die im Grundlagenband beschriebene Vorgehensweise in der Kartographie der Fa. Westermann richtig dargestellt ist. Die Filme (für alle Werte des Deutschen Drucks) wurden im Archiv für Philatelie, einem Teil der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn, entdeckt, fotografiert und ausgewertet.
Zur preislichen Bewertung wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Die angegebenen Preise orientieren sich nicht am Michel Spezial-Katalog, sondern sind durchschnittliche Preise mit Stand 2013, die im Handel und auf Auktionen erzielt werden können.
Der Plattenfehler-Katalog enthält über die 13 im Michel-Spezial-Katalog gelisteten Plattenfehler weitere 36  Plattenfehler, also insgesamt 49 Plattenfehler und einen Bogenrandfehler.
Mit diesem Band ist der AM POST-Sammler nun in der Lage, den 1-Pfennig-Wert komplett zu bearbeiten und zu bewerten.
Format: DIN A5, Paperback, 188 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Preis: 19,- € zzgl. Versandkosten; Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V.; Bestellungen über die ArGe AM POST.
 
 
 
 Hettler, AM POST Plattenfehlerkatalog und Besonderheiten
von Karl-Rudolf Winkler
 
Relativ unbemerkt ist 2013 die zweite Auflage des Katalogs "AMK POST Plattenfehlerkatalog und Besonderheiten" von "Verbandsprüfer Hettler und Team - Bearbeiter: Friedrich Leising" erschienen (und 2014 mit einigen Korrekturen versehen worden). Damit hat der erstmals 2008 herausgegebene Katalog nach fünf Jahren eine Neuauflage erhalten, die als Überarbeitung und Ergänzung angekündigt wird. Nachdem die erste Auflage bereits einen Nachtrag erhalten hatte, der die "Stegmarken" des am. und engl. Drucks sowie die sog. Thobe-Fälschungen enthalten hatte, kann die Neuauflage nicht mit weiteren neuen Kapiteln aufwarten. Etwa darauf gerichtete Erwartungen werden also nicht erfüllt. Neu sind Informationen in der Art eines Vorworts, in denen Hettler die Preisgestaltung für die Katalogbewertungen begründet. Mit der Erklärung, sie beruhe auf der Seltenheit der Plattenfehler im Verhältnis zu Normalmarken je nach der Anzahl der existierenden Bogentypen, wird allerdings der Markt völlig ausgeblendet. Nicht alles, was selten ist, ist auch begehrt! Angebot und Nachfrage regulieren nach wie vor den Preis, den ein Katalog widerspiegeln und nicht schaffen soll. Dass die angegebenen Preise "grundsätzlich für von Verbandsprüfern tiefst geprüfte Marken" gelten, bzw. bei Befunden und Attesten das Prädikat "echt und einwandfrei" voraussetzen, entspricht den Vorgaben auch des MICHEL-Spezialkatalogs, der allerdings ausdrücklich BPP-Prüfungen verlangt, solche etwa des VP nicht gelten lässt. Wie oft allerdings solche Prädikate vergeben worden sind, bezieht Hettler allein auf seine eigenen Prüfungen. Was z.B. in Auktionen mit Prüfungen anderer Verbandsprüfer angeboten wird, ist offensichtlich in die Preisfindung ebenso wenig eingeflossen wie die Ergebnisse, die bei öffentlichen Auktionen für solche Ware erzielt werden. Deshalb verwundert es auch nicht, wenn man in der Neuauflage weiterhin die hohen Preisansätze findet wie schon bei der Vorauflage. Fehlende Preisangaben werden damit erklärt, dass "bisher keine Stücke vorgelegen" hätten. Auch hier bleibt die tatsächliche Entwicklung unbeachtet: zahlreiche Lücken hätten geschlossen werden können, wenn die neuen Notierungen im MiCHEL-Spezialkatalog oder auch das Auftauchen solcher - geprüfter! - Stücke auf Auktionen verfolgt worden wäre. Aber auch eigene Prüfungen, die mir vorliegen (z.B. Mi.-Nr. 11 C III auf Brief), sind nicht berücksichtigt worden und lassen eine Lücke bestehen.
 
Was ist nun wirklich neu im Katalog?
 
Wir finden drei Neueintragungen bei den Stegmarken des am. Drucks (Mi.-Nr. 7 zaa, zab), denen einige erhalten gebliebene Lücken bei Briefbewertungen gegenüberstehen. Beim englischen Druck ist bei Mi.-Nr. 13 der auch bei Schantl gelistete Plattenfehler Feld 22/Platte 1 D neu aufgenommen, allerdings an falscher Stelle einsortiert worden. Bei Mi.-Nr. 14 blieb die Einstufung des Fehlers auf Feld 65 als Plattenfehler IV im Michel unbeachtet. Bei Mi.-Nr. 14 ist nunmehr auch die zusätzliche Zähnung im linken Rand bei Ay katalogisiert; gleiches gilt für Mi.-Nr. 15 bAy - die übrigen Neuentdeckungen der letzten Jahre sucht man vergebens. Neu gelistet sind die Leerfelder bei Mi.-Nr. 13 Az und By, sowie die zusätzliche Zähnung links + Passerkreuz bei Mi.-Nr. 14 Ay.. Die Preise entsprechen jeweils den aus der Vorauflage bekannten. Neu ist auch die Bewertung eines (offenbar singulären) Belegs der Mi.-Nr. 15aFy PF V mit Bogenzähler und Passerloch (4000 €).
 
Sehr ungewöhnlich erscheint die Aufnahme von Plattenfehlern bei Marken des deutschen Drucks mit sog. Fehlfarben, jeweils mit dem Zusatz "Unikat" bei Mi.-Nr. 16 und 30, wenn auch die Notierung "--" beim Preis und der Verzicht der Katalogisierung der Fehlfarben bei Mi.-Nr. 17 und 23 dieses Vorgehen eigentlich ad absurdum führen. Bei der Briefbewertung, die nach wie vor teils recht lückenhaft erscheinen, sind u.a. bei Mi.-Nr. 20 einige wenige Ergänzungen erfolgt. Die Briefbewertung bei Mi.-Nr. 34 bC (8000 €) bezieht sich ausdrücklich auf ein Unikat, folglich nicht auf einen Marktpreis. Die einzige wirkliche Neuaufnahme eines Plattenfehlers findet sich bei Mi.-Nr. 21 mit Feld 44. Erstaunlicher Weise werden bei Mi.-Nr. 21 Bogentypen 5 und 6 aufgeführt, während es einen Bogentyp 4 nicht gibt. Natürlich bleibt dazu die Forschung der Arge AM POST ohne Beachtung.
 
Außer bei Mi.-Nr. 21, wo die Farbwiedergabe nicht gut gelungen ist, sind die Abbildungen von Marken und Ausschnitten der Fehler technisch sehr gut gelungen; die Darstellung ist übersichtlich und der Druck sauber auf stabilem Papier. Das Format DIN A 4 ist indessen recht unhandlich, zumal in einem schmalen, durchsichtigen Plastikordner, dessen Standfestigkeit zu wünschen übrig lässt. Mit 61 € für die Loseblattsammlung (121 Seiten) und Ordner ist der Katalog nicht gerade billig. Ob man das Werk braucht, mag jeder selbst entscheiden.
 
 Michel- Briefekatalog Deutschland 2012/2013
von Karl-Rudolf Winkler
Im Oktober ist der lange erwartete neue Michel-Briefekatalog  des Schwaneberger Verlags erschienen. Er ist gegenüber der Vorauflage 1988/2009 um rund 80 Seiten angewachsen und kostet stolze 89 €. Für den an AM POST Interessierten hält er auf sieben Seiten alles Wissenswerte bereit, wobei er auf die bekannte und bewährte Struktur zurückgreift. Zunächst ist dem Verlag zu danken, dass er der Arge AM POST die Gelegenheit gegeben hat, an der Gestaltung der Neuauflage mitzuwirken und Vorschläge zu unterbreiten. Eine kleine ad-hoc-Arbeitsgruppe unter Leitung von Andreas Wehner hat diese Vorschläge auf der Basis langjähriger Marktbeobachtung auch erarbeitet und als Manuskript vorgelegt. dabei hat sie eine ganze Reihe von Neuaufnahmen und Preiskorrekturen angeregt, die der Verlag erfreulich aufgeschlossen aufgenommen und über weite Strecken berücksichtigt hat. Auch die Überarbeitung insbesondere des Vorworts bei den Mischfrankaturen ist ein wichtiger Fortschritt, auf den die Arge gedrängt hatte. Die Arge darf deshalb konstatieren, dass ihr Sachverstand gefragt ist und dass der Hinweis auf die Beteiligung von Arbeitsgemeinschaften im Vorwort des Kataloges nicht bloß auf geduldigem Papier steht.
Dem Verlag ist es im Grundsatz gelungen, die Übersichtlichkeit der Darstellung noch zu verbessern. Die bislang nicht sehr glückliche tabellarische Erfassung der Einzel- und Mehrfachfrankaturen bei Mi.-Nr. 7 ist jetzt sehr klar in vier nebeneinander angeordneten Spalten untergebracht. Der Raum für die Auflistung bei den einzelnen Mi.-Nrn. 1 - 35 ist etwas größer geworden und so werden auch künftig noch Erweiterungen möglich sein, ohne dass der notwendige Überblich verloren geht. Sinnvoll ist auch die bei den Mischfrankaturen vorgenommene Einsortierung etwa der Kriegsgefangenenpost und der Päckchen in die Portostufendynamik. Leider gibt es aber auch Mängel und Fehler zu verzeichnen, auf die der Sammler bei Nutzung des Katalogs achten muss, wenn er eine Irreleitung vermeiden will. In jedem Falle sollte er handschriftlich die eine oder andere Korrektur vermerken. Gravierend ist es, dass bei Mi.-Nr. 15 b eine nicht existente Variante Az aufgeführt ist, die bewirkt, dass alle Preisspalten in dieser Rubrik, die der Mi.-Nr. 15 bAy nachfolgen, zu weit nach links gerückt sind. Das muss man unbedingt im Auge behalten. Auf folgende weitere Fehler sollte man achten:

·         Bei Mi.-Nr. 4 ist die Portostufe Eilboten-Ortsbrief (MeF 8) aus P 1 ganz am Ende der Tabelle einsortiert; sachlich gehört sie hinter die Position Einschreiben-Fernbrief  (MeF 7)
·         Die Preise bei Mi.-Nr. 5 sind in der Spalte P 1 bei den Positionen Mischsendung (MeF 2) und Fernbrief (MeF 3) vertauscht worden.
·         In der Spalte M für Mi.-Nr. 7 sind die Positionen für Einschreiben-Fernpostkarte ("7") und Einschreiben-Fernbrief ("3") vertauscht worden.
·         Bei Mi.-Nr.21 fehlt eine Preisangabe für die MeF 3 bei einem Fernbrief für die Zähnungen A und D, die m.W. vorliegen und bekannt sind.
·         Für Mi.-Nr. 33 b ist die Variante "Cz" aufgelistet, was irritierend wirkt, weil z die Angabe für das Papier bei allen Marken des deutschen Drucks als Regel vorausgesetzt wird.
 
Neu ist der Hinweis nach der Tabelle mit den Mehrfachfrankaturen, dass die bei Paketkarten, Postanweisungen und Päckchenabschnitten vorkommenden Mehrfachfrankaturen der höheren Werte des deutschen Drucks künftig noch ergänzt werden sollen, eine Ankündigung, die viele Sammler mit Bedauern als noch nicht verwirklicht zur Kenntnis nehmen werden. Dem sei aber entgegengehalten, dass jedenfalls Paketkarten und Postanweisungen (auch Seiten aus Einlieferungsbüchern) reine Postinterna waren, die zum innerdienstlichen Nachweis ordnungsgemäßer Abwicklung bestimmter Aufgaben dienten. Sie waren grundsätzlich nicht zur Abgabe an das Postpublikum gedacht und hätten nach Ablauf einer Liegefrist vernichtet werden sollen. Nun sind sie indessen gleichwohl - zunehmend -  auf dem Markt und verlangen wohl deshalb nach einer Bewertung, für die geeignete Parameter aber noch gefunden werden müssen.
 
Betrachtet man die Preisentwicklung im Katalog, stellt man rasch fest, dass eine ganze Reihe von Preisen abgesenkt wurden, was auch der aktuellen Marktlage entspricht. Das gilt vor allem für das kleine und mittlere Material, aber auch z.B. für Einzel- und Mehrfachfrankaturen der Mi.-Nr. 20 Ax und Axa, die in letzter Zeit vermehrt auch zu Preisen von um 30 % Michel nicht abgesetzt werden konnten. Erfreulich ist es festzustellen, dass aber nicht etwa quasi mit dem Rasenmäher alles gleichmäßig eingekürzt wurde, sondern dass vielmehr auch Preise unangetastet geblieben sind, wo die Seltenheit einer Ausgabe auf Briefbeleg und das geringe Angebot die Nachfrage nicht ohne weiteres befriedigen kann. Das betrifft naturgemäß vor allem die seltenen Zähnungen des englischen Drucks.
 
Zahlreiche Neuaufnahmen belegen, dass der Markt aus "alten Schatzkisten" so manches hervorgezaubert hat, was bislang noch keinen Prüfer gesehen hatte und nunmehr als echt gelaufen bekannt geworden ist. Das sind nicht nur Mehrfach- bis Massenfrankaturen aller drei Drucke, sondern auch schwierige und seltene Portostufen, die von Mitgliedern der Arge der ad-hoc-Arbeitsgruppe zugänglich gemacht worden waren. Sie finden sich dann nicht nur - wo möglich - bei den Einzel- und Mehrfachfrankaturen, sondern auch bei den Mischfrankaturen und bedeuten eine wirkliche und greifbare Fortentwicklung des Katalogs. Der Sammler wird darauf zu achten haben, dass erstmals im Katalog zwischen Zeitungssache und Zeitungsdrucksache unterschieden wird; beides hat miteinander nichts zu tun und muss daher auch getrennt katalogisiert werden. Neu aufgenommen wurden auch Einzel- und Mehrfachfrankaturen bei Mi.-Nr. 30 und 33, die Mischsendungen sowie einige Nachnahmesendungsarten und Kombinationen besonderer Behandlungsformen bei den Mischfrankaturen. Der Bereich der Wertbriefe wurde sinnvoll und nicht uferlos erweitert, wobei auf den erläuternden Zusatz bei Wertbriefen aus der britischen Zone besonders aufmerksam gemacht werden soll.
 
Alles in allem bringt der neue Briefekatalog ungeachtet einiger irritierender Mängel viel Neues; er wird den AM-Post-Sammlern sicherlich ein nützliche Orientierungshilfe sein.
 
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